Innovation durch Lernprozesse

Wer Innovationen wirklich will, muss Lernprozesse fördern!
Smartphones, Tablet-Computer, neue Produkte und Dienstleistungen – wir alle schauen begeistert auf die Ergebnisse von Innovationen. Wieso bringen einige Unternehmen mehr und andere weniger davon? Werden wir durch das wachsende Durchschnittsalter unserer Gesellschaft innovationsärmer, weil Innovation eine Domäne der Jugend ist?

Antworten auf diese Fragen bekommt man, wenn man sich Innovationsprozesse in Unternehmen genau anschaut. Man muss schon über einen längeren Zeitraum die Idee, den Anstoß und den Realisierungsprozess einer Innovation begleiten und zu verstehen versuchten. Die meisten Innovationen sind Resultate von viel fleißigem Probieren und Verbessern, vorher aber und mehr noch Ergebnisse von sozialen Prozessen, die sich nur bedingt planen und steuern lassen.

Wer innovativ sein will, braucht vor allem zwei Dinge:

Erstens muss die Kommunikationskultur passen. Neues kommt oft durch kommunikative Störungen. Ein Kunde beklagt sich, ein Kollege kann etwas nicht akzeptieren, ein Mitarbeiter kommt mit einem völlig verrückten Gedanken. Leicht sind solche Ereignisse als Störung abgehakt, man übergeht die nächste Chance. Neue Orientierungsmuster entstehen durch Irritation und Infragestellen. Dazu müssen die Menschen offen sein für Musterbrüche, sie dürfen nicht eingeengt sein in zum Schlankheitswahn degeneriertes „Lean Management“. Innovationen brauchen Freiräume und Ressourcen zum Probieren. Innovative Unternehmen fördern das Lernen und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass die Mitarbeiter ihr Wissen teilen und ausprobieren können, dürfen und wollen. Es ist wichtig, derartige Prozesse auch als solche wahrzunehmen und zu reflektieren, denn daraus konstruieren Mitarbeiter sich ihre Wirklichkeit des Unternehmens. Eine offene und lernfördernde kommunikationskultur prägt andere Leitbilder für Handlungen als eine, die Konkurrenz und Ellenbogen zum Credo erhebt.

Und dann ist zweitens Innovation immer Ergebnis von Handeln auf allen Ebenen. Innovationen sind meist weniger Ausdruck von Genialität einzelner, sondern vielmehr Ergebnis harter Arbeit, von Handeln und ständigem Verbessern. Wir brauchen mehr Handlungskultur. Unternehmer und Mitarbeiter, die sich als solche verstehen und etwas unternehmen, die auch mal gegen den Willen anderer etwas riskieren und Verantwortung übernehmen. Natürlich bedarf es dazu einer Führung, die Rahmenbedingungen schafft, die nicht den Mutigen zum Schuldigen stempeln. Wir brauchen Designer und Entwickler, die nicht nur wissen, was technisch machbar ist, sondern dieses Wissen auch einbringen können in den sozialen Kontext ihrer Zeit. Wir brauchen Eltern, die sich in Bildungsprozesse einbringen und Konsumenten, die statt „Geiz ist geil“ Qualität wertschätzen.

Kommunizieren und Handeln sind die beiden wichtigsten Elemente von Lernprozessen. Und beide haben einen hohen Grad an Aktivität, sie sind Voraussetzungen für agiles Change Management. Das wäre doch mal was: Ein Umfeld, in der Kommunikation und Scheitern kultiviert werden und in der Anpacken zum Kult wird. Ich bin sicher: das garantiert unabhängig von der Altersstruktur Innovation!

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