29. September 2026
Ich kann schneller …
Wir bauen künstliche Intelligenz, weil sie uns leistungsfähiger macht. Und gleichzeitig wächst die Sorge, dass sie uns irgendwann über den Kopf wachsen könnte. Das klingt widersprüchlich – ist es aber vielleicht gar nicht. Denn hinter der diffusen Angst vor KI stecken sehr unterschiedliche Gefahren: mächtige neue Werkzeuge, gesellschaftliche Veränderungen und die Möglichkeit eines Kontrollverlusts. Und dahinter lauert ein ziemlich altes Menschheitsproblem: Was für den Einzelnen vernünftig ist, kann für alle zusammen ziemlich bescheuert sein.
Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber reden, ob Maschinen irgendwann wie Menschen werden – und mehr darüber, was aus Menschen wird, wenn Maschinen Möglichkeiten ihrer Erfinder vervielfachen.
17. September 2026
Rettet das Öl!
Eine Energiekrise treibt die Preise hoch. Wir reagieren mit höheren Zinsen, weniger Investitionen und staatlichen Hilfen für teure Energie – und stabilisieren damit ausgerechnet jene Abhängigkeiten, die uns für die nächste Krise verwundbar machen. Ein kleiner Ausflug in Fundamentalökonomie und Systemdenken: Warum vernünftige Einzelentscheidungen gemeinsam ziemlich unvernünftige Ergebnisse produzieren können.
10. September 2026
Die Büroklammer und der Menschenverstand
Kann künstliche Intelligenz gefährlich werden, gerade weil sie ihre Aufgabe besonders gut erfüllt? Ein Gedankenexperiment mit Büroklammern führt zu einer überraschend menschlichen Frage: Was geschieht, wenn Ziele optimiert werden und dabei die unausgesprochenen Nebenbedingungen verloren gehen? Über KI, menschlichen Optimierungswahn – und die Fähigkeit, im richtigen Moment zu sagen: So war das nicht gemeint.
5. September 2026
Staubschicht als Gütesiegel – Bücher mit Patina in KI – Zeiten
Alte Bücher, jahrelang unbeachtet und verstaubt, werden plötzlich begehrt: KI-Unternehmen entdecken sie als Rohstoff für menschliche Trainingsdaten. Ausgerechnet die Staubschicht wird dabei fast zum Gütesiegel – hier hat garantiert noch ein Mensch geschrieben. Ein kleiner Treppenwitz der Digitalisierung und Anlass für die Frage: Was bleibt eigentlich von einem Buch, wenn nur sein Text zählt?