Führung durch Vorbild

Im globalen Wettbewerb spielt der Mensch in unserem sonst so ressourcenarmen Land die wichtigste Rolle. Wir haben und brauchen zukünftig noch mehr hoch qualifizierte Führungskräfte und Mitarbeiter, die darauf vorbereitet sind, eigenständig und eigenverantwortlich zu denken und zu handeln. Kompetente Manager, die Freude daran haben, Entscheidungen zu fällen und auch gewillt sind, die Konsequenzen ihrer Entscheidungen zu tragen.

Soweit könnte dieser Text in einer konzerngewaltigen Hochglanzbroschüre stehen oder vom Vorstandvorsitzenden in der Presskonferenz anlässlich der jährlichen Pflichtübung „Vorlage der Sozialbilanz“ vorgetragen werden.

Doch die Frage ist: Wo finden wir diese guten Mitarbeiter? Die Antwort ist einfach – dort, wo wir gute Führungskräfte finden. Es liegt also an uns, diese wirklich wichtige Emanzipation der Einzelnen zu starten und zu stützen. Das schaffen wir nur mit persönlicher Autorität und nicht mit Amtsautorität. Die Nachwuchsführungskräfte von morgen akzeptieren nur noch Persönlichkeiten als Führungskräfte, die soziale Kompetenz zeigen. Die Mischung aus Skrupellosigkeit, Dummheit und Gier haben wir beim Banken-Crash erlebt. Wer glaubt, er könne sich in der Mitarbeiterführung auf Rang und Macht stützen, erlebt sofort, dass Identifikation, Engagement und Motivation sehr eng miteinander verbunden sind. Tugenden leben vom Vorbild, oder wie es auf neuhochdeutsch heißt: ‚walk the talk‘.

Wer glaubt, er könne Verhalten verlangen, sich aber selbst aber ausnehmen, der lebt nicht vor, was er verlangt und ist wenig überzeugend. Zukunftsorientiertes Management braucht keine Zwergenproduzenten, wir brauchen Königsmacher. Also liegt es an den Unternehmen und den wirtschaftlichen und geistigen „Eliten“, dass Führung, Bildung und Weiterbildung in unserem Land endlich so wahrgenommen werden, wie es sein muss, wenn wir langfristig weiter in der ersten Liga mitspielen wollen.

Unternehmen und Organisationen haben schon lange die Verantwortung für die kommunikative Bildung von den staatlichen Bildungseinrichtungen übernommen, die hier entscheidend versagt haben. Also machen wir es nicht wie die Politiker, zerreden wir nicht, was getan werden muss. Tun wir das, was notwendig ist noch besser als bisher. Es wird sich nichts ändern, wenn Führungskräfte nicht vorleben, was sie von Mitarbeitern verlangen.

04 Februar 2010, 20:46

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