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Der Begriff „Vision“ ist zu Tode trivialisiert worden. Helmut Schmidt wollte Visionäre in den 70er Jahren zum Arzt schicken, weil für ihn angesichts der (für damalige Verhältnisse) explodierenden Staatsverschuldung Nüchternheit Vorrang vor unbezahlbaren Politikerversprechen hatte. In vielen Organisationen können Mitarbeiter die souffléartigen Sonntagsreden nicht mehr hören, die als Visionen verkleidet daherkommen. Ihr Inhalt bleibt zu oft heiße Luft mit wenig Substanz.
Es gehört zu den Strategie- und Leitbildritualen in Unternehmen, Missions-, Leitbild- oder Visionserklärungen zu verfassen. Das Projektteam begibt sich auf Klausur, alles soll schriftlich niedergelegt werden, die ganze Organisation soll Kraft aus neuen Gedanken schöpfen. Doch bevor die ersten Worte auf dem Flip erscheinen, führt die Gruppe ein sehr wertvolles Gespräch. Exzellente Fragen werden gestellt: Wer sind wir? Was wollen wir erreichen? Warum wollen wir das? Was ist uns dabei besonders wichtig?