…. der Muff von 1000 Jahren.

Immer diese Erinnerungen. Dabei wollte ich nicht über Fußball oder Politik schreiben. Tu ich auch nicht wirklich, aber das muss jetzt sein. Cordt Schnibben hat bei Facebook einen Beitrag (hier) verfasst, der mehr Lektüre und Aufmerksamkeit verdient hat als seine 1600 likes. Anlass für seine brilliant und zornig geschriebene Replik ist der Beitrag von Alexander Dobrindt zur angeblich überfälligen konservativen Revolution, der bereits im heute-journal von Marietta Slomka (hier) auf sein substanzielles Nichts eingekocht wurde.

Woran erinnert mich das? Cordt Schnibben und ich waren bei der ZEIT, er Edelfeder, ich im Management. Wir kannten uns nicht wirklich, mal abgesehen von einer flüchtigen Begegnung. Ich hab so gut wie alle Artikel von ihm gelesen, er hat eine großartige Feder. Dann erinnere ich mich zeitgeistig an den Slogan „Unter den Talaren, der Muff von 1000 Jahren“ verknüpft mit dem Bild eines zum Rektor „geweihten“ Professors in seinem vollem Ornament, bei dem ich wenige Jahre später Finanzwissenschaft studieren durfte, vor dem Studenten ein Spruchband mit eben dieser Parole entrollten. Dann ist da noch dieser Artikel der FAZ über ein Konzert der Rolling Stones (siehe Abbildung, zitiert von Cordt Schnibben) von 1965. Geschrieben von Karl Korn, einst Feuilletonleiter der Nazi-Wochenzeitung „Das Reich“, später Mitbegründer und immerhin bis 1973 Herausgeber der FAZ. Sind das die Inhalte einer konservativen Revolution zurück zur Vor-68er-Zeit?

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